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Friedenskirche Hamborn - Euleorgel



Hier finden Sie Ausschnitte aus Kritiken der Sommerlichen Orgelkonzerte und andere musikalische Aktivitäten in der Friedenskirche Hamborn im Zeitraum von 2010 - 2011, die unter dem Dirigat der Kantorin Tiina M. Henke und Wolfgang Koppen standen.

Sommerliche Orgelkonzerte 2010

Friedenskirche Duisburg-Hamborn

Konzert der Kantorei



Prächtiges Programm

Zum Auftakt der diesjährigen Sommerlichen Orgelkonzerte in der Friedenskirche Hamborn - jeden Mittwoch in den Sommerferien - traten die Kantorei unter Tiina Marjatta Henke und der Abteiorganist Peter Bartetzky auf.

Von Ingo Hoddick - Rheinische Post vom 23.07.2010


"Es ist schon wieder soweit: Auch in diesem Jahr gibt es sechs Sommerliche Orgelkonzerte in der evangelischen Friedenskirche Duisburg-Hamborn, jeden Mittwoch in den Sommerferien. Zum Auftakt traten jetzt die Kantorei der Friedenskirche unter der Leitung der Kreiskantorin und musikalischen Hausherrin Tiina Marjatta Henke sowie als Organist der katholische Kollege von der Abtei Hamborn, Peter Bartetzky auf. Unter dem Titel „Psalmen und Lobgesänge" gab es ein geschickt ausgewähltes und prächtiges Programm für Chor beziehungsweise Orgel beziehungsweise beides. Das schlug einen Bogen von der Hymne „Alta trinita beata" zum Einzug bis zum kurzen, aber kraftvollen Psalm' 150 „Halleluja! Lobt Gott" für Chor und Orgel von Cesar Franck.

Positive Überraschung: Obwohl die Kantorei zum Konzert nur in einer etwas geschrumpften „Ferienbesetzung" angetreten war, gelangen am besten die voluminösen Stücke wie das klangschöne, unverständlicherweise kaum bekannte „Magnificat" op. 115 für Chor und Orgel von dem „irischen Bruckner" Charles Villiers Stanford (1852 - 1924). Kniffliger erscheinen der an das flotte Neue Geistliche Lied angelehnte Psalm 135 „Lobet den Namen des Herrn" für Chor und Orgel von dem 1336 geborenen, früheren Pforzheimer Kirchenmusiker Rolf Schweizer und vor allem das „Te Deum laudamus" op. 66 für Chor und Orgel von dem 1953 geborenen, Schlüchterner Kirchenmusiker Gunther Martin Göttsche. Gut auch die Idee, zwei Stücke quasi stereophon von den beiden Seiten der Empore singen zu lassen, nämlich den 2001 von dem 1953 geborenen finnischen Komponisten Tapani Länsiö arrangierten „Alten Psalm aus Dalarna" (eine Melodie, die in Finnland und Schweden ein beliebter Tränendrücker ist) und das von einem gewissen Kenneth Brown zeitgemäß für Chor und Orgel bearbeitete „0 Herr, mein Gott, jetzt vor der Nacht" von Thomas Tallis (1505 - 1585)...."


Udo Witt


Fagott und Orgel, sommerlich leicht

Von Ingo Hoddick - Rheinische Post vom 30.07.2010

"Das war schon das zweite der diesjährigen Sommerlichen Orgelkonzerte an der evangelischen Friedenskirche Duisburg-Hamborn, jeden Mittwoch in den Sommerferien. Zu Gast waren Marlene Simmendinger, die 25 Jahre junge und besonders begabte stellvertretende Solofagottistin der Niederrheinischen Sinfoniker Krefeld/Mönchengladbach, und Udo Witt, bis 2001 langjähriger Kreiskantor an der Friedenskirche Hamborn und seitdem Kantor der Evangelischen Kirchengemeinde (Mönchengladbach-)Rheydt.


Das eingespielte Duo hatte ein überwiegend aus sommerlich leichten und mehr oder weniger arrangierten Werken zusammengestellt. Das begann mit dem "Einzug der Königin von Saba" aus dem dritten Akt des Oratoriums "Salomon" von Georg Friedrich Händel, klangvoll für Orgel bearbeitet von Jean Guillou, und Variationen über das seinerzeit beliebte Volkslied "La Monica" (über eine unfreiwillige Nonne, heute im Evangelischen Gesangbuch als "Von Gott will ich nicht lassen") von dem Darmstädter Hof-Fagottisten Philipp F. Böddeker (1607 - 1683), der ersten Komposition überhaupt für die Besetzung Fagott und Orgel.


Das endete mit der sanft modernen Partita über den Choral "Lobet den Herren, alle, die ihn ehren" von dem 1975 geborenen Matthias Claudius Link und zwei Sätzen aus einer Sonate von Georg Philipp Telemann, beides für Fagott und Orgel. Fagott ist weder ein besonders hohes noch ein besonders lautes Instrument, daher muss sich die Orgel bei seiner Begleitung sehr zurückhalten..... Schön als Zugabe die bekannte "Kantilene" aus einer Orgelsonate von Joseph Gabriel Rheinberger, von Simmendinger/Witt gemeinsam bearbeitet".

Friedenskirche Duisburg-Hamborn

Eule-Orgel


Ausnahme-Organistin: Agnes Goerke

Von Ingo Hoddick - Rheinische Post vom 13.08.2010

"Zum dritten Mal schon gastierte Agnes Goerke in der Reihe der Sommerlichen Orgelkonzerte, jeden Mittwoch in den Sommerferien, an der Friedenskirche Duisburg-Hamborn. Und wie bei den ersten beiden Malen (die RP berichtete) war ihr Auftritt ein Höhepunkt der Reihe. Denn die Ausnahme-Organistin spielte wiederum ebenso klar und diszipliniert wie musikalisch inspiriert – auch dort, wo der Einfallsreichtum des jeweiligen Komponisten mal zu erlahmen drohte. Nicht zuletzt brachte sie die Hamborner Eule-Orgel prachtvoll zum Klingen wie kaum ein anderer Gast in dieser Konzertreihe.

....Agnes Goerke begann ihre Karriere in Deutschland, zog aber 1999 mit ihrer Familie in die finnische Hauptstadt Helsinki, wo sie inzwischen Kantorin der deutschen und der anglikanischen Gemeinde ist. Ihr ansprechendes Programm für Hamborn zeigte verschiedene Akzente und Verbindungen des Gegensatzpaares "Erhaben und verspielt".

"Das Kaffeewasser kocht"

Es war symmetrisch angelegt, die Eckpunkte bildeten die monumentale Phantasie und Fuge g-Moll BWV 542 von Johann Sebastian Bach (mit der im Volksmund so genannten "Kaffeewasser-Fuge", weil man auf ihr Thema die Worte "Das Kaffeewasser kocht" singen kann, eigentlich handelt es sich um ein niederländisches Volkslied) und die beliebte "Suite gothique" op. 25 von Léon Boellmann. Danach beziehungsweise davor gab es die ausladende Sonate op. 38 des Schweden Otto Olsson (1879-1964) und die schillernde "Toccata francese" des Österreichers Augustin F. Kropfreiter (1936 - 2003).

Ja, und in der Mitte empfahl sich Agnes Goerke endgültig für ein Konzert an der bekanntlich nicht nur gleichfalls von der Bautzener Firma Eule, sondern auch im seltenen englischen Stil erbauten, neuen Orgel der Duisburger Philharmonie Mercatorhalle. Denn hier gab es Nettigkeiten von vier fast vergessenen Kleinmeistern der englischen Romantik. Das hieß dann "Minuet" ("Menuett") von Henri Smart (1813 - 1879), "Scherzo in A Flat" ("Scherzo in As") von Edward C. Bairstow (1874 - 1946), "Will o' the Wisp") ("Irrlicht") von George Balch Nevin (1859 - 1933) und "Festal Song" ("Festliches Lied") von John F. West (1863 - 1929)".



Josef Gabriel Rheinberger (1839 - 1901)

Bildquelle: Wikipedia (gemeinfrei)


Meister der Registrierung beim Orgelkonzert

Von Ingo Hoddick - Rheinische Post vom 20.08.2010

"Das war schon gewagt: Das Konzert hieß "Orgelmusik der deutschen Romantik", und auf dem Programm fand sich mit Gerard Bunk (1888 - 1958) ein Komponist aus den Niederlanden, mit Ludwig Thuille (1861 - 1907) einer aus Südtirol und mit Josef Gabriel Rheinberger (1839 - 1901) einer aus Liechtenstein. Nun ja, Bunk verbrachte sein Berufsleben in Dortmund, als Kantor und Organist der Reinoldikirche, Thuille und sein Lehrer Rheinberger ihres in München. Nur mit Otto Dienel (1839 - 1905), seinerzeit Kantor und Organist an der Berliner Marienkirche, war ein gebürtiger Deutscher vertreten – und selbst der stammte aus Schlesien.

"Fugen-Peppi"

Die Trouvaillen aus der zweiten Reihe der Musikgeschichte wurden bei diesem fünften und schon wieder vorletzten Sommerlichen Orgelkonzert in der Friedenskirche Duisburg-Hamborn präsentiert von Friedrich Storfinger, Organist der Bottroper Liebfrauenkirche, Jahrgang 1951. Er hatte schon im Juli ein erfolgreiches Sommerliches Orgelkonzert in der Ludgerikirche gegeben (die RP berichtete). Den Rahmen bildeten die beiden Kracher "Festliche Stunde" op. 43 und "Heroischer Marsch" op. 46 von Gerard Bunk, die der begabte Komponist im zarten Alter von 24 beziehungsweise 26 Jahren komponierte. Die ausladende Sonate a-Moll op. 2 von Ludwig Thuille endet mit einer "Fuga", in welcher der gleichfalls noch junge Komponist zeigte, was er beim "Fugen-Peppi" gelernt hatte.


Von diesem, nämlich eben Josef Gabriel Rheinberger, gab es in Hamborn mit dem Thema mit Variationen D-Dur aus den "Zwölf Meditationen" op. 167 ein kleines Meisterwerk. Bleibt noch Otto Dienel, dessen "Allegretto scherzando" geistvoll vorbei huschte.

...Friedrich Storfinger erwies sich wieder einmal als ein Meister der Registrierung. Was er klanglich aus der Eule-Orgel der Friedenskirche holte, war immer spannend, auch wenn man das von aufgeführten Werken nicht immer behaupten konnte. Nette Zugabe: Ein zu seiner Zeit schon rührend altmodisches Stückchen von einem gewissen Christoph Möller, der in die USA ausgewandert war. Das Konzert endete nach genau einer Stunde mit dem Glockenschlag...."


Tiina Marjatta Henke


Orgelreihe erwies sich als guter Jahrgang

Von Ingo Hoddick - Rheinische Post vom 28.08.2010

"Das ist jedesmal ein untrügliches Zeichen, dass der Sommer vorbei ist: Mit dem Beitrag der musikalischen Hausherrin. Duisburgs Kreiskantorin Tiina Marjatta Henke, gingen die diesjährigen Sommerlichen Orgelkonzerte an der Eule Orgel der Friedenskirche Duisburg-Hamborn erfolgreich zu Ende. Es war wieder ein gut durchwachsener Jahrgang (die RP berichtete), und am Ende hatten die Damen die Nase vorn. Doch der Reihe nach.


Anspruchsvoll und spannend

Tiina Marjatta Henke
hatte ein in jeder Hinsicht anspruchsvolles, aber eben auch spannendes Programm unter dem Titel: "Bach, Mendelssohn, finnische Komponisten" zusammengestellt. Interessant natürlich vor allem die beiden Tonsetzer aus der Heimat der finnischen Vorfahren der Organistin. Da war zum einen das mystische Meisterwerk "Iuxta crucem" (..Kreuzweg") des bedeutenden, aber leider in Deutschland immer noch kaum bekannten Joonas Kokkonen (1921 - 1996), komponiert 1979 als Auftragswerk zur Einweihung der damals neuen Orgel der Kreuzeskirche in Uhti.... Da waren zum anderen die bescheidenen, aber sehr soliden Variationen "Sen suven suloissuta" über das finnische Lied "Die Schönheit des Sommers" - ursprünglich ein deutscher Choral von Johann Walter - von dem Kantoren-Komponisten Sulo Salonen (1899 - 1976).


Die sechs Sonaten op. 65 von Felix Mendelssohn passen sehr gut auf die Hamborner Eule-Orgel und sind hier relativ oft zu hören, diesmal war es die kurze Nr. 2 c-Moll. Und Johann Sebastian Bach, Zentrum und Gipfelpunkt aller Orgelmusik? Die Organistin bewahrte sich auch hier mit der mächtigen, so genannten Dorischen Toccata und Fuge d-Moll BWV 538 und mit zwei der Leipziger Choräle, nämlich der fast monumentalen Fantasia super "Komm heiliger Geist" BWV 651 und dem ruhigen "Nun danket alle Gott" BWV657.


Tiina Marjatta Henke kennt "ihre" Orgel natürlich sehr gut und weiß immer die Struktur eines Stückes klar zu zeigen.... Auch 2011 wird es wieder sechs Sommerliche Orgelkonzerte an der Friedenskirche Hamborn geben, jeden Mittwoch in den Sommerferien. Man kann jetzt schon gespannt sein".



Sommerliche Orgelkonzerte 2011

Christian und Daniel Wolf, Köln


Hamborn: Auftakt mit Klarinette und Orgel

Von Ingo Hoddick - Rheinische Post vom 29.07.2011


"Es ist schon wieder so weit: die Sommerferien sind da und damit die seit sechzehn Jahren beliebte Reihe der Sommerlichen Orgelkonzerte in der evangelischen Friedenskirche Hamborn. Den erfreulichen Auftakt machten jetzt die Kölner Brüder Christian und Daniel Wolf, die seit zehn Jahren als Duo auftreten, mit ihrem Programm "Klarinette & Orgel von Barock... bis Klezmer".


Auf dem Programm standen eigene, klangvolle Bearbeitungen, von einer barocken Sonate C-Dur von Jean-Baptiste Loeillet beziehungsweise fünf anonymen englischen Maskentänzen aus dem 16. Jahrhundert bis eben zu Musik der jüdischen Klezmer. Den Übergang brachte die "1ère Gnossienne" von Erik Satie mit ihrer gleichfalls orientalisierenden Melodik.


Der eher raue Klarinetten-Ton von Christian Wolf passte am besten zu den Klezmer-Stücken. Auch hätte man sich ein wenig mehr differenzierte Gestaltung gewünscht. Als Vorbild auszumachen war sicherlich Giora Feidman, doch lagen dazwischen Welten. Der musikalisch stärkere der Brüder war an diesem Abend Daniel Wolf, wie sich an seinen beiden Solobeiträgen für Orgel zeigte. Gut die Toccata und Fuge E-Dur des Bach-Schülers Johann Ludwig Krebs, geradezu genial die Improvisation nach Art eines barocken Concerto.

Ein "richtiges" Orgelkonzert ist das zweite Sommerliche Orgelkonzert am kommenden Mittwoch, 3. August, um 20 Uhr. An der Eule-Orgel sitzt dann die bewährte musikalische Hausherrin Tiina Marjatta Henke, Kantorin der Friedenskirche Hamborn und Duisburgs Kreiskantorin. Auf dem Programm stehen Werke von Johann Sebastian Bach (das Präludium e-Moll BWV 548 und die Triosonate C-Dur BWV 529) sowie je eine Sonate der Romantiker Carl Heinrich Carsten Reinecke und August Gottfried Ritter, letzterer geboren vor 200 Jahren".


2. Sommerliches Orgelkonzert 2011

Tiina M. Henke


Tiina Henke spielt Bach in der Kirche

WAZ vom Samstag, 30. Juli 2011

"Die Musik Bachs hat Organistin Tiina Henke schon als jugendliche Klavier- und Orgelspielerin fasziniert. In der strengen Anlage der Werke habe sie schon damals höchste Emotionalität gespürt. „Diese Verbindung fasziniert mich bis heute. Bach ist ein nie versiegender Strom, es ist immer wieder bereichernd sich mit seiner Musik zu beschäftigen!" Am Mittwoch, 3. August, 20 Uhr, spielt die Kantorin in der Hambomer Friedenskirche, Duisburger Straße 174, Bachs „Präludium e-moll BWV 548" sowie dessen „Triosonate BWV 529 C-Dur" auf der Eule-Orgel. Mit den Orgelsonaten von Carl Heinrich Carsten Reinecke, „Sonate g-moll op. 284", die in dem Choral „Wie schön leuchtet der Morgenstern" gipfelt, und August Gottfried Ritters „1. Sonate d-moll op. 11" interpretiert Tiina Henke zudem Orgelwerke der deutschen Romantik. Der Eintritt zu diesem Konzert kostet sechs Euro."



3. Sommerliches Orgelkonzert 2011

Thomas Richter, Berlin


Erste Liebe war die Orgel

Heute ist der Hamborner stellvertretender Chordirektor der Deutschen Oper Berlin

Rudolf Hermes, WAZ vom 09. August 2011

"Die große Oper wurde Thomas Richter nicht in die Wiege gelegt. Die Musik schon, denn sein Vater Ludwig Richter leitete von 1956 bis 1992 die Chorgemeinschaft der Hambomer Friedenskirche. Thomas Richter zog es indes zum Theater, seit 2008 ist er stellvertretender Chordirektor der Deutschen Oper Berlin. In der Familie Richter wurde natürlich viel musiziert, aber die erste musikalische Liebe war die Orgel. „Bei einem Orgelkonzert, das ich als Zehnjähriger in der Friedenskirche gehört habe, hat mich die Begeisterung für dieses Instrument gepackt."


Bereits als 13-jähriger spielte Richter als Aushilfsorganist in Walsum-Aldenrade, und mit 15 Jahren besuchte er den C-Kurs für Organisten: "Ich war damals ganz auf die Orgel fixiert, selbst zum Gesang hatte ich keinen großen Bezug." Aufgrund der Erkrankung seines Vaters übernahm Thomas Richter aber zeitweilig die Chorproben in Hamborn und leitete Anfang der 90er Jahre Aufführungen von Beethovens C-Dur Messe und Haydns „Schöpfung". Inzwischen hatte Thomas Richter ein Kirchenmusikstudium an der Düsseldorfer Robert-Schumann-Hochschule begonnen, und dort entdeckte er auch die Liebe zur Oper: „Mein Lehrer im Partiturspiel Helfried Viertel lud mich in die Generalprobe zu Wagners "Walküre" ein, und ich war erst sehr skeptisch, ob ich das sehen wollte. Doch Rheinopern-GMD Hans Wallat war ein echtes Dirigiererlebnis. "Das sage ich selbst heute noch, nach all den großen Dirigenten, die ich an der Deutschen Oper Berlin erleben konnte."


Über die geplanten Einsparungen der Stadt Duisburg bei der Rheinoper und die Diskussion über ein Ausscheiden Duisburgs aus der Theatergemeinschaft zeigt sich Thomas Richter deshalb sehr erschrocken: „Wenn es so kommen sollte, wäre Duisburg das Rückgrat der musikalischen Kultur genommen, das darf nicht sein!" Nach Abschluss seines Kirchenmusikexamens war Thomas Richter vom Opemvirus infiziert und begann an der damaligen Berliner Hochschule der Künste ein Kapellmeisterstudium. Mit dem Diplom in der Tasche wurde er 1996 direkt an die Deutsche Oper Berlin als Korrepetitor des Chores engagiert. Der Chor der Deutschen Oper Berlin gilt als eines der besten Ensembles Deutschlands. Gleich dreimal, nämlich 2008, 2009, und 2010, wurde er von der Fachzeitschrift "Opernwelt" zum Chor des Jahres gewählt.


Die 86 Damen und Herren des Chores, der von William Spaulding und Thomas Richter geleitet wird, haben ein immenses Repertoire zu bewältigen: So standen in der vergangenen Spielzeit 27 Choropern auf dem Spielplan. Mittlerweile fühlt sich Richter ganz heimisch in Berlin, lebt mit seiner Frau, einer Lehrerin, und den zwei Töchtern in Moabit und fährt jeden Tag mit dem Rad zum Opernhaus in Charlottenburg. In seiner Freizeit unternimmt er Radtouren durch Brandenburg, liest gerne Fontane oder spielt auf dem Klavier Werke von Johann Sebastian Bach: „Es muss nicht immer Oper sein."


Wenn sich Thomas Richter an Duisburg erinnert, fallt ihm hauptsächlich Musik ein: Das Duisburger Orchester, damals noch Symphoniker genannt, und die beiden GMDs Miltiadis Caridis und Alexander Lazarew nennt Richter spontan. Und natürlich die Orgel der Friedenskirche: „Das war mein Instrument!"



5. Sommerliches Orgelkonzert 2011

Klaus Müller, Dortmund


Spaß am Erklären und Musizieren

Der Organist Klaus Eldert Müller gastierte in der Friedenskirche und forderte sein Publikum gar zum Mitsingen auf

Von Rudolf Hermes, WAZ + NRZ vom 26.August 2011

"Den unkonventionellen Typen des Organisten repräsentiert Klaus Eldert Müller: Bei seinem Gastspiel im Rahmen der sommerlichen Orgelkonzerte in der Friedenskirche bot er ungewöhnliche Improvisationen, forderte das Publikum sogar zum Mitsingen auf und fand den Konzertort „schön muckelig". Seit 2006 bekleidet Klaus Eldert Müller das Amt des Kantors und Organisten an der Dortmunder Reinoldikirche, im westlichen Ruhrgebiet ist er aber durch seine vorhergehende Arbeit an der Christuskirche in Oberhausen bekannt. Einige Müller Fans aus Oberhausen hatten sich auch auf den Weg nach Duisburg gemacht, wo sie einen Organisten erlebten, der mit ironischen Kommentaren durch das Programm führte.


So bezeichnete Müller Orgelkonzerte als „Weiterbildungsangebote für das Bildungsbürgertum" und ließ das Publikum den Text zu Bachs „Jesus, bleibet meine Freude" auf die Melodie der Aria „Jesu, du bist allzu schöne" singen. Logischer wäre es gewesen, wenn Müller den Originaltext dieser Kompositionen genutzt hätte. Immerhin konnte sich das Publikum so die Melodie einprägen, die in einer Partita des Barockkomponisten Georg Böhm variiert wurde. In Müllers eigenen Variationen über diese Melodie durfte das Publikum mitsingen, was sich viele Konzertbesucher nicht nehmen ließen. Als originellen Kontrast wechselte der Musiker hier stets zwischen der Melodie der Aria und Bachs fünftem Brandenburgischen Konzert...


...Der Organist, der genauso viel Spaß am Erklären wie am Musizieren hat, äußerte zu Max Regers Präludium und Fuge C-Dur, dass dieses Werk klinge wie „Bach im falschen Gewand". Folgerichtig spielte er diese Komposition im Geist der barocken Tradition. Zum Abschluss erklang die Passacaglia a-Moll op. 40 von Gerard Bunk - einem Vorgänger Müllers an der Dortmunder Reinoldikirche. Abwechslungsreich gestaltete Müller das großformatige Werk, das in herb strahlenden Akkorden endete. Als Dank für den herzlichen Beifall improvisierte Müller erneut über „Jesu, du bist allzu schöne"..."


6. Sommerliches Orgelkonzert 2011

Ulrike Samse, Oberhausen


Friedenskirche: Orgelreihe war guter Jahrgang

Von Ingo Hoddick, Rheinische Post vom 3. September 2011


"Seit sechzehn Jahren ist die Bilanz der sechs Sommerlichen Orgelkonzerte an der Eule-Orgel der evangelischen Friedenskirche Duisburg Hamborn, jeden Mittwoch in den Sommerferien, immer erfreulich. Das gilt auch für den Jahrgang 2011, der jetzt mit einem reizvollen Programm von Ulrike Samse (Orgel) und Beate Samse (Sopran) zu Ende ging. Die Oberhausener Organistin, Jahrgang 1956, erwies sich als vorzügliche Musikerin, die mit der Hamborner Orgel umgehen konnte, als hätte sie schon immer darauf gespielt. Als grandiose musikalische Visitenkarte diente ihr gleich eines der monumentalsten und zugleich am leichtesten verständlichen Orgelwerke von Johann Sebastian Bach, nämlich Toccata, Adagio und Fuge C-Dur BWV 564. Die Girlanden und Themen, auch als Pedalsolo, hatten perlende Virtuosität und dabei doch weitgehend barocke Prägnanz.


Die beliebte „Cantilene" aus der Sonate Nr. 11 op. 148 von Joseph Gabriel Rheinberger (1839-1901) war vor zwei lahren schon einmal an dieser Stelle erklungen.
Ulrike Samse hatte das schöne Stück jetzt auf das Programm gesetzt, weil der Komponist hier jenes schreitende Bass-Motiv aufgreift, das auch Bach in seinem Adagio aus BWV 564 verwendet hatte, nur eben romantisch weiterentwickelt. Ob man es deshalb mit so schwankendem Tempo spielen sollte wie hier geschehen, sei dahingestellt. Als Abschluss gab es die populäre „Danse macabre" op. 40 von Camille Saint-Saens. Dazwischen, sogar zwischen den drei Teilen des Bach-Werkes, sang die junge Sopranistin Beate Samse geistliche Lieder und Arien. Sie bestach durch eine kleine, feine Stimme und durch klare musikalische Gestaltung....


...Bei der Deutschen Arie „Meine Seele hört im Sehen" aus HWV 207, die auch als Zugabe wiederholt wurde, und der Arie "Mein gläubiges Herze" aus Bachs
Pfingstkantate BWV 68 kam dazu ganz angemessen die Flötistin Anne Oeser."




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